Was ist persönliche Veränderung?

Update 13.01.2022

Ich schreibe ja oft über persönliche Veränderung. Und mein Anliegen im Rahmen meiner Coaching-Tätigkeit ist es, Menschen dabei zu unterstützen. Doch was ist das überhaupt, „persönliche Veränderung“? Und wie kann sie Dir helfen, Deine Wahlmöglichkeiten zu erweitern und damit ganz viel persönliche Freiheit zu gewinnen? In diesem und vielen weiteren Artikeln stelle ich Dir eine Reihe von Möglichkeiten vor, wie Du an ganz verschiedenen Stellen mit einfachen Mitteln viel erreichen kannst. Und das möchtest Du doch sicherlich.

Persönliche Veränderung? Ich bin doch so wie ich bin.

Menschen verändern sich. Immer. Alles, was um uns herum vorgeht, was wir an Erfahrungen machen, was „uns passiert“ oder was „einfach so ist“, hat einen Einfluss auf unser Leben. Es geht also nicht um Veränderung oder nicht Veränderung. Und es geht auch nicht um Persönlichkeitsentwicklung oder nicht Persönlichkeitsentwicklung. Es geht darum, ob wir selbst ganz bewusst daran mitwirken und uns gewissermaßen ein widerstandsfähiges Schiff bauen oder uns mehr oder weniger einfach mit unserer kleinen Nussschale treiben lassen auf dem manchmal rauen Meer des Lebens.

Wenn ich mich im Alltag mit Menschen unterhalte oder zum Beispiel in diversen Facebookgruppen unterwegs bin, höre oder lese ich oft so etwas wie: „Ich bin halt so, wie ich bin.“ Auch und gerade Menschen, die in ihrer eigenen Welt schwer am Leben tragen, machen gerne das Außen für ihr Leben und ihre Gefühle verantwortlich oder klammern sich an etwas, das an ihnen „anders ist als an anderen“ und was sie vermeintlich an einem glücklichen Leben hindert. Ganz oft höre ich so Dinge wie „Das kann ich nicht“ oder „Ich habe ja sonst gar keine Möglichkeiten“. Und wenn ich dann anrege, selbst etwas zu tun, sich eben bewusst mit sich selbst zu beschäftigen, sich zu „verändern“, weht sehr schnell ein gehöriger Wind des Widerstandes. Gerade so, als würde es darum gehen, das Innere nach außen zu stülpen, vom Stubenhocker zum Partylöwen zu konvertieren oder von heute auf morgen ein komplett anderer zu werden. Da kommt die Angst vor dem Anfangen, die Angst, nicht zu wissen, wo es hingeht und die Angst vor dem Scheitern.

All das ist zunächst natürlich vollkommen verständlich. Selbst das unglücklichste Leben hat schließlich einen großen Vorteil: Man weiß, wo man dran ist. Auch die Gewissheit, dass es nie besser werden wird, ist eine Gewissheit. Und Gewissheiten sind ja irgendwie auch bequem und bieten ein Gefühl der Sicherheit.

Du kennst es schon

Doch, auch wenn viele Menschen das weit von sich weisen, so ist es doch so, dass wir selbst für unsere Gefühle verantwortlich sind. Nicht andere machen uns Gefühle, sondern wir sie uns selbst, je nachdem, auf welche Weise wir mit den Dingen umgehen, die von außen auf uns einwirken. Und bevor Du jetzt dein inneres „Aber“ zu Wort kommen lässt, lass mich Dir ein paar Anregungen geben, die Dich vielleicht ein bisschen darüber nachdenken lassen.

Du kennst sicherlich Dinge, die sich zu unterschiedlichen Gelegenheiten ganz unterschiedlich anfühlen, nicht wahr. Gibt es vielleicht Geräusche, die Dich, wenn es dir nicht so gut geht, gnadenlos nerven? Und an anderen Tagen (oder zumindest in anderen Stunden) lassen sie Dich völlig kalt. Du bemerkst sie bestenfalls im Hintergrund, registrierst sie und hakst sie ab. Weil irgendetwas anderes Dich gerade viel mehr beschäftigt. Ich kenne das zum Beispiel aus der Berliner U-Bahn. Oft sitzen da Menschen mit Kopfhörern auf den Ohren und hören so laut Musik, dass alle Umstehenden auch etwas davon haben. Manchmal finde ich das auch heute noch schrecklich. Aber meistens nur noch, wenn mein Musikgeschmack allzu sehr auf die Probe gestellt wird. Weil ich habe gelernt, dass es von mir selbst abhängt, wie es mir damit geht.

Eine kleine Übung

Wie geht es Dir, wenn Du an eine besonders schöne Situation in deinem Leben denkst, zum Beispiel an einen besonders schönen Urlaub, Deine Hochzeit, die Geburt des ersten Kindes oder so? Und ich meine jetzt mit Denken nicht den Kopfkino-Film, in dem du darüber nachdenkst, wie viel besser früher doch alles war und wie schlecht es heute ist.

Schließe mal die Augen und versenke Dich in diese schöne Situation. Stell Dir vor, Du wärst jetzt wieder darin und schau mal, was passiert. Was hast Du gehört damals, was gespürt? Vielleicht hast Du etwas Besonderes gesehen? Oder Du hattest einen besonderen Geschmack im Mund oder einen Geruch in der Nase? Irgendwo in Dir wird dieses gute Gefühl von damals beginnen, sich wieder auszubreiten. Wenn Du Dir zum Beispiel den Strand, den warmen Sand, die Sonne auf Deiner Haut und die salzige Luft vorstellst, falls Du einen schönen Urlaub am Meer verbracht hast. Oder die wunderbare würzige Luft, die grünen Wiesen, das Rauschen der Bäume, wenn Du einen Wanderurlaub in einer entsprechenden Gegend erinnerst.

Was ist das jetzt? Ist da jetzt der Strand oder die schöne Umgebung daran schuld? Die sind ja gar nicht da. Du sitzt oder stehst jetzt, wo immer du gerade bist. Und, Du kannst es gerne ausprobieren, diese Übung funktioniert, wie hässlich oder unschön die Umgebung auch ist, in der Du Dich gerade befindest. Offensichtlich machst Du selbst da etwas mit Dir. Du bist also in der Lage, Dir jederzeit ein gutes Gefühl zu machen.

Ist das jetzt eine „Lüge“, weil es Dir in Wirklichkeit ja vielleicht gerade gar nicht so gut geht?

Viel öfter wirst Du vielleicht an weniger schöne Situationen denken, nicht wahr. Insbesondere, wenn es ihnen nicht gut geht, tendieren viele Menschen schnell dazu, gleichartige Situationen zu finden und daraus einen Film der schlechten Gefühle in Technicolor zu produzieren. Und was nicht so schlecht ist, kann es ja werden. Der Möglichkeiten gibt es viele und immer ein paar passende negative.

Ist das denn weniger eine „Lüge“, als sich gute Gefühle zu machen? Und was motiviert Dich mehr? Bei was bleibt Dir mehr Energie für die wichtigen Dinge des Lebens?

Was Du für Deine persönliche Veränderung tun kannst

Ich nehme mal an, Deine Antwort ist ziemlich eindeutig? Und genau da ist einer der Punkte, wo persönliche Veränderung beginnen kann. Was wäre wenn Du Dich in „guten“ Gedanken übst? Du könntest öfter mal an eine schöne Situation denken, Dir fünf Minuten nehmen und einfach die Erinnerungen in Dir wieder hochkommen lassen. Oder abends vor dem Einschlafen einen, zwei, drei schöne Momente des Tages Revue passieren lassen. Dabei müssen es keine Highlights der Extraklasse sein. Nimm die kleinen Dinge, die Dich erfreut haben. Der Vogel, der so schön am Morgen gesungen hat, die nette Begegnung beim Bäcker oder der wunderschöne Sonnenaufgang sind vollkommen ausreichend. Es geht nicht darum, eine Hitliste aufzustellen, sondern darum, Dich zu konditionieren, den schönen Dingen im Leben mehr Raum zu geben. Am Besten ist es, wenn Du das alles kurz aufschreibst, weil das zum einen besser in der Erinnerung bleibt und zum anderen kannst Du dann gelegentlich nachlesen, wie viele gute Dinge Dir doch offensichtlich unterkommen. Und Du kannst dann schnell sehen, so schlecht ist das alles gar nicht.

Viele kleine Schritte ergeben einen Weg

Das ist nur ein kleines Beispiel und es zeigt: Eine persönliche Veränderung fängt in der Regel gar nicht mit der großen Umwälzung an, sondern besteht aus vielen kleinen Schritten. Und es geht auch nicht darum, Dein Leben auf den Kopf zu stellen (auch wenn dies das Ergebnis sein kann), sondern Dir nach und nach ganz viel Freiheit zu schenken. Denn wenn Du in der Lage bist, Deine Stimmung, Deine Gefühle und damit auch Deine Gedanken selbst zu lenken, wer sollte Dich dann noch aufhalten auf dem Weg zu dem Leben, das Dich erfüllt und zufrieden macht?

Höre ich da noch ein „Aber bei mir geht das bestimmt nicht“ oder „Aber das kann ich nicht“? Das ist Dein altes ICH. Das gerne alles so lassen würde, wie es ist. Weil nichts zu ändern ist ja auch irgendwo, wie schon erwähnt, bequem. Was wäre, wenn Du Dich einfach aufraffst und anfängst? Ob es nun die Übung oben ist oder eine andere: Mache es wenigstens vier Wochen. Und triff erst dann die Entscheidung, ob Du es fortsetzen willst oder nicht. Sei gespannt.

Und immer weiter…

In diesem Blog und im Podcast findest Du noch viele weitere Übungen und Anregungen zum Nachdenken. Und wenn Du schon bis hierher gelesen hast, dann möchtest Du ja vielleicht einfach weiter machen und schauen, was es da noch so alles zu entdecken gibt. Das Spannende ist nämlich, deine bewusste persönliche Veränderung hat schon angefangen. In dem Moment, wo Du Dich zum Beispiel auf einen solchen Text einlässt, hast Du schon einen kleinen Schritt gemacht. Und das ist großartig.

Falls Du eine persönliche, kompetente und geduldige Begleitung auf Deinem Weg wünschst, melde Dich bei mir. Von einer Stunde bis zu einem Jahr ist alles möglich.

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    1 Kommentar zu „Was ist persönliche Veränderung?“

    1. Sehr schöne Anregungen! Ich denke, das Problem, was du hier ansprichst, dass Menschen mit Widerstand reagieren wenn es um Veränderung geht, liegt daran, dass in unserer Gesellschaft das nicht gelehrt wird, wie das geht. Man sagt ja auch immer so schön: bleibt wie du bist . Oder solche Sprüche. Sie zeigen, wie gut es bewertet wird, sich nicht zu verändern. Ich finde das immer wieder krass. Leben sollte immer mit persönlichem Wachstum einher gehen, wenige tun es….

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