Du bist ein Teil von allem

Heute will ich eine ganz persönliche Erfahrung mit dir teilen. Fast alles, was ich in diesem Blog schreibe, hat ja etwas mit mir zu tun. Heute aber ganz besonders.

Ich danke dir für die schöne Zeit, mein Freund. Und ich denke, ich habe verstanden.

Manchmal brauchen wir schon eine gewisse Weile, bis wir bemerken, wo es hakt. In Beziehungen zu anderen Menschen gibt es für alles viele Interpretationsmöglichkeiten. Manche Dinge kann man aussprechen, miteinander darüber reden. Manche bleiben ungesagt, weil man einander nicht weh tun will, weil man keine Worte dafür findet oder weil keinem von beiden richtig bewusst ist, was da gerade passiert.

Die wirklich bewusst bösartigen oder verletzenden Verhaltensweisen sind vermutlich eher selten. Diejenigen, die auf der jeweils anderen Seite so ankommen, wahrscheinlich weitaus häufiger. Jeder hat seine eigenen Sichtweisen, seine eigenen Werte und seine eigene Vergangenheit. Da gibt es viel Raum für Sich-nicht-richtig-verstehen. Und jede Interpretation, die das Verhalten des anderen betrifft, beinhaltet auch immer ganz viel von mir selbst.

Wenn du feststellst, dass dir in der Beziehung zu einem Partner, Freund usw. etwas komisch vorkommt, sich Zweifel melden, dann lohnt es sich also immer, auch bei dir zu schauen. Was könntest du dazu getan haben, dass er oder sie genau so reagieren musste? Was könnte sein/ihr Motiv sein außer dem, dass du ihm/ihr so rein „intuitiv“ unterstellst? Wenn du dich selbst aus seinem/ihrem Blickwinkel betrachtest, wie würdest du dann handeln?

Das wird nicht immer zufriedenstellend funktionieren. Manchmal stehen da vielleicht Gefühle im Weg, die den Blick verschleiern. Manchmal schätzt du dich selbst vermutlich falsch ein, denkst, du hättest dich verändert und hast es an einer bestimmten Stelle gar nicht. Und ja, manchmal kommt eben heraus, dass es tatsächlich nicht passt und es steht eine Trennung an. Auch das kann passieren.

Nicht immer klappt es, rechtzeitig zu erkennen, dass du einen großen Teil an dem hattest, was da so schräg gelaufen ist. Dass vielleicht vieles einfach ganz anders war. Dann ist es eben irgendwann vorbei, zu spät. Manchmal fällt es einem danach wie Schuppen von den Augen. Das tut weh. Weil dann ist es halt nicht so, dass nur der/die andere schuld ist. Es hilft aber auch dabei, die Erinnerung so viel schöner zu machen. Und auch wenn es dir nach einer Trennung nicht wie Schuppen von den Augen fällt, denke darüber nach, ob alles so war, wie du bisher gedacht hast. Stell dir die oben genannten Fragen. Weil, wenn du einen, vielleicht sogar großen, Anteil daran hattest, dass es letztlich nicht geklappt hat, solltest du den gleichen Fehler nicht nochmal machen, nicht wahr.

 

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